Ahrntal – Nevesjoch

Unsere, schon fast traditionellen Sommer-Bike-Ferien verbringen wir im Sommer 2016 in Steinhaus, im Tauferer Ahrntal, nördlich von Bruneck, im Südtirol, Italien. Die Königsetappe führt uns durch das Mühlwaldtal zur Chemnitzer Hütte auf dem Nevesjoch und zurück durch das Weissenbach Tal wieder nach Steinhaus.

Wir starten bei unserem Hotel Alpenschlössl & Linderhof Wellness Resort in Steinhaus und in Anbetracht des heutigen Programms entschliessen wir uns für die einfachst mögliche Variante um nach Sand in Taufers zu gelangen: wir lassen es gemütlich die Strasse hinunter rollen und gelangen so innert nützlicher Frist nach Sand in Taufers und fahren noch etwas weiter bis Mühlen in Taufers und biegen dort ab ins Mühlwald Tal.

Nun ist aber fertig lustig, von nun an geht es praktisch nur noch hoch, 1700 hm bis zum Nevesjoch. Wir stärken uns also noch einmal und nehmen dann den epischen Aufstieg in Angriff. Wir verzichten auf Experimente, es hätte auch noch einen Wanderweg gegeben, und fahren auf der Strasse, die zu dieser Zeit sowieso nicht stark befahren ist, bis Mühlwald, wo wir erst einmal gemütlich um den lieblichen Mühlwalder See herum kurven.

Mühlwalder See

Von Mühlwald geht es mit moderater Steigung weiter auf der Strasse bis Lappach (wir meiden hier die für die Strasse erstellten Galerien und benützen den eigens dafür erstellten Radweg, der aber schon hier zum Teil ruppig steil ist….), wo wir uns erneute eine kleine Pause genehmigen, denn nun geht es erst einmal steil hoch zum Neves Stausee.

An den schmalsten Stellen ist die Strasse mit einer Ampel versehen, vor der auch ausdrücklich auf eventuelle Radfahrer hingewiesen wird; sehr gut! Unterwegs überholen wir ein Paar, das seine E-Bikes hoch schiebt (…), weil der Akku überhitzt sei… Na da bin ich ja froh, das unsere Akkus noch nicht überhitzen, auch wenn wir schon ordentlich schwitzen! 😉

So gelangen wir doch noch einigermassen fit zum Neves Stausee, wo die Bevölkerungsdichte recht hoch ist, da man bis hier hinauf, wenn auch kostenpflichtig, mit dem Auto fahren kann. Wir fahren bis zum Ende des Stausees zur Untermaurer Alm und platzieren uns also etwas ausserhalb der Menschenmassen und stärken uns mit dem Lunch vom Hotel.

Neves Stausee

Die Stärkung ist auch notwendig, denn nun geht es auf einem Schottersträsschen zwar regelmässig, aber doch recht steil hoch zur oberen Neves Alm. Hier treffen wir nur noch vereinzelt auf Wanderer und keine Biker weit und breit… was dies wohl zu bedeuten hat…? Allerdings entschädigt die immer wieder atemberaubende Aussicht für die Strapazen.

Neves Stausee

Von der oberen Neves Alm geht es noch ein paar kehren und wir sehen schon von weitem die Chemnitzer Hütte auf dem Nevesjoch, und sehen somit auch noch, was uns noch bevorsteht… mit schon weit mehr als 1000 hm in den Waden nicht gerade motivierend… aber wir gehen die Sache pragmatisch an und schieben die letzten Höhenmeter, die nun wirklich sehr steil sind, hoch zum Nevesjoch.

Und hier auf gut 2350 m.ü.M. geniessen wir erst einmal die frische Bergluft und die Aussicht, auf der einen Seite zum Neves Stausee und ins Mühlwald Tal wo wir her kamen und auf der anderen Seite ins Weissenbach Tal, wo wir hin wollen.

Nevesjoch Flora

Richtung Weissenbach Tal

Was uns erst noch zuversichtlich stimmt, da der Weg anfangs recht flowig ist, ändert sich aber schon bald: Der Wanderweg wird zu einem Bergwanderweg, der selbst von guten Berggängern mit der notwendigen Vorsicht angegangen werden dürfte… Mit dem Bike ist dies natürlich noch etwas komplizierter. Ich nutze aber jede Stelle die für mich fahrbar ist, auch wenn dies nur die nächsten 10 Meter sind. Für ganz gute Techniker ist sicher das meiste fahrbar, aber das ganze ist sehr verblockt, z.T. sehr ausgesetzt und mit grossen Stufen durchsät. Im grossen und ganzen schieben und tragen wir also unsere Bikes die nächsten 500 Tiefenmeter… Das ganze hat aber auch Vorteile, man kommt immer wieder dazu kurz inne zu halten und die atemberaubende Aussicht ins Weissenbach Tal zu geniessen!

zur Göge Alm

Die letzen Tiefenmeter bis zur Göge Alm sind dann wiederum recht flowig und gut fahrbar. Wir kehren in der Göge Alm ein und genehmigen uns was deftiges, wir haben es verdient, finden wir!

Göge Alm

Von der Göge Alm hinunter durchs Weissenbach Tal ist nur noch ein Genuss: Ein Schottersträsschen, dass aber immer wieder Möglichkeiten für Abkürzungen bietet, die auch hier den notwendigen Flow nicht zu kurz kommen lassen. Ab Weissenbach führt uns dann noch ein Asphaltsträsschen bis hinunter nach Luttach. Und von dort kämpfen wir uns mit den letzen Kraftreserven noch das Ahrntal hoch bis Steinhaus.

 

volle Distanz: 59.17 km
Maximale Höhe: 2349 m
Gesamtanstieg: 1792 m
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