Alta Badia – Sellaronda

Die Tour rund um das Sellamassiv, inmitten der Dolomiten, ist nicht nur im Winter mit den Ski’s ein Klassiker, nein, auch im Sommer gehört die Sellaronda auf die To-Do-Liste eines jeden Mountainbikers! Wer fit genug ist, kann die ca. 4000 hm und ebensoviel Tiefenmeter aus eigener Kraft bewältigen, und wer sich dabei noch mit anderen messen will, tut dies vorzugsweise Ende Juni, am Sellaronda Hero MTB Marathon! Mittlerweile kann der Sella-Stock sogar mit E-MTB’s umrundet werden. Da wir in unseren Bike-Ferien im Sommer 2013 per Zufall auch unsere Bikes dabei haben, wählen wir die Genuss-Variante mit Unterstützung von diversen Aufstiegshilfen. Dies reduziert die Höhenmeter, die mit eigener Kraft bewältigt werden müssen auf verträglich 550 – 800 hm, je nach Variante.

Bec de Roces

Da die Sellaronda mit Bahn-Unterstützung nur mit Guide absolviert werden kann, erwartet uns unser Guide Andreas bereits früh morgens um 08:00 Uhr bei unserem Hotel, dem Hotel Fanes in San Cassiano. Der Privat-Guide macht für diese Tour absolut Sinn, denn die lokalen Guides kennen jeden Meter und jede Variante der Sellaronda und können die Route auch unterwegs den Fähigkeiten eines jeden anpassen und die Route entsprechend variieren. Und je weniger dabei sind, um so mehr kann man die Tour entsprechend mitgestalten und den eigenen Wünschen und Bedürfnissen Rechnung tragen.

Der Start ist gemütlich: Wir lassen es vom Hotel zur Talstation der Piz Sorega-Bahn hinunterrollen und verstauen unsere Bikes und uns erst einmal in der Gondel und lassen uns auf den Piz Sorega hochschaukeln. Nun geht es ein erstes mal kurbelnd hoch, vom Piz Sorega zur Pralongia Hütte, ein Kaltstart, quasi. Denn erstens ist es früh morgens noch recht frisch, und wir sind noch gar nicht warm gefahren… Egal, nach einigen Höhenmeter erreichen wir die Pralongia Hütte, die aber zu dieser Zeit noch gar nicht bevölkert ist.

Pralongia

Wären wir mit E-MTB’s unterwegs, könnten wir bereits hier unsere Akkus aufladen… brauchen wir aber gar nicht, denn 1. haben wir keine E-MTB’s und 2. geht es nun erst mal auf einem Schottersträsschen steil runter, bis zum Einstieg in den Jägerweg.

Jägerweg

Der Jägerweg führt uns mit wenig Gefälle durch den Wald direkt zur Talstation des Sesselliftes auf den Bec de Roces, direkt beim Campolongo Pass. Und auch hier verladen wir unsere Bikes und uns auf den Sessellift und geniessen die Aussicht vom Sessel auf die umliegenden Dolomiten-Gipfel. Immer wieder grandios!

Vom Bec de Roces fahren wir auf einem eigens für die Sellaronda frisch angelegten Trail durch die Felstürme hindurch und auf weiteren spannenden Trails und Wegen direkt hinunter nach Arabba.

Unten in Arabba angekommen geht es gleich wieder hoch, und zwar mit einer Seilbahn zum höchsten Punkt der Tour, auf die Porta Vescovo, auf 2478 m.ü.M. Von hier oben geniesst man natürlich wiederum eine grandiose Aussicht auf sämtliche Dolomiten-Gipfel: Vom Piz Boe im Sellamassiv, zur vereisten Marmolata und zu Lang- und Plattkofel und viele mehr…!

Porta Vescovo

Von der Porta Vescovo geht es erst mal auf der Schotterstrasse, die Im Winter natürlich eine Skipiste ist die ersten Höhenmeter runter, bis wir links in einen langen Trail einbiegen, der uns, mal flowig, mal knackig und auch mit einer Tragepassage durch den letzten Schnee vom vergangenen Winter, hinunter führt zum Rifugio Fodom, von wo uns ein kurzer Sessellift bis zum Pordoi Pass hochschaukelt.

Porta Vescovo Trail

Es geht weiter Schlag auf Schlag: Vom Passo Pordoi geht es wiederum auf spannenden Trails und über Skipisten hinunter, bis zum malerisch gelegenen Ristorante Lupo Bianco auf Halbem Weg hinunter vom Passo Pordoi nach Canazei. Und da es bereits nach 12:00 Uhr ist, gerade recht um uns für den zweiten Teil der Sellaronda zu stärken, und dies natürlich auf gut ladinische Art mit rustikalen Spaghetti mit Speck und Tomaten. Lecker!

Lupo Bianco

Wir geniessen die Sonne, die Aussicht und die leckeren Spaghetti und freuen uns dennoch auf die Weiterfahrt, auf weiteren Trails und Wegen hinunter bis nach Canazei. Und von Canzei geht es erst einmal fast flach durch das Fassa Tal, teils auf dem Radweg, teils auf Wiesentrails, bis nach Campitello und von dort mit der grossen Gondel, die wir bereits von anderen Touren her kennen, hoch zum Col Rodella. Auch vom Col Rodella, ebenfalls über 2400 m hoch gelegen, geniesst man selbstredend wiederum grandios Aussicht mit 360°-Panorama!

Col Rodella

Auch die Trails hinunter vom Col Rodella zum Sellajoch und von dort durch die steinerne Stadt und auf Wiesentrails auf den Skipisten hinunter in Richtung Wolkenstein, kennen wir bereits von Touren im Val Gardena. Trotzdem machen diese immer wieder Spass, bloss dass wir dieses mal auf halber Höhe rechts abbiegen und zur Abwechslung einmal eine Skipiste hochfahren… Da zur Zeit die Dantercepies-Bahn neu gebaut wird, müssen wir die Höhenmeter zum Grödner Joch mit Muskelkraft auf der Pass-Strasse hochkämpfen.

Grödner Joch

Nun haben wir den letzten Pass der nicht weniger als vier Dolomiten-Pässen geschafft und freuen uns auf eine weiter Abfahrt auf spannenden Trails und Wegen hinunter nach Corvara.

Abfahrt vom Grödner Joch

Und in Corvara geht es noch einmal hoch mit dem Sessellift auf den Col Alt und von dort zum letzten mal mit dem Sessellift Braia Fraida zur Itabla Hütte, wo wir noch einmal den Blick zurück auf das Sellamassiv, das wir heute umrundet haben geniessen.

Braia Fraida

Und von hier geht es erst ein wenig runter und dann kämpfen wir uns die letzten Höhenmeter hoch zum Piz Sorega, bei dem wir heute morgen gestartet sind, und von dort auf dem Schlittelweg hinunter zurück nach San Cassiano.

Baita Italba

Und trotz der vielen Steigungen, die wir mittels Aufstiegshilfen bewältigt haben, haben wir uns ein deftiges, 7-gängiges Mahl mit tollem Dessert in unserem Hotel, dem Hotel Fanes verdient! 😉

Dessert im Hotel Fanes

Die Sellaronda gehört auf jeden Fall ins Repertoire eines jeden Bikers, den es in die Dolomiten verschlägt. Die Runde kann auch in Gruppen absolviert werden, viel individueller wird es aber mit Privat-Guide, der die Route je nach technischen Skills der Biker anpasst und so wirkliche jedem, auch den technisch weniger versierten die Möglichkeit bietet, das Sellamassiv in einem Tag zu umrunden. Unbedingt nachmachen! 🙂

volle Distanz: 65.42 km
Maximale Höhe: 2469 m
Gesamtanstieg: 4184 m
Download

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.