Creux du Van

Der Jura, das wissen wir schon von anderen Touren, bietet exzellente Möglichkeiten für Bike-Touren und auch wunderschöne Landschaften und spektakuläre Ausblicke. Eine der eindrücklichsten Landschafts-Kulissen ist zweifellos die Felsarena Creux du Van, zwischen dem Neuenburger See und dem Val de Travers. Einen lang gehegten Wunsch, mit dem Mountainbike zum Creux du Van, und natürlich auch wieder runter, erfüllen wir uns heute.

Wir starten beim nagelneuen Stades des Buchilles ausserhalb von Boudry und rollen erst einmal ein, an den Nordrand von Boudry, von wo es dann zum ersten Mal hoch geht bis zum Wald. Und im Wald geht es erst mal moderat steigend oberhalb der Areuse Schlucht in Richtung Val de Travers weiter, bis die Steilheit kurz vor dem Châlet de Treymont stark zunimmt und zu ersten Schweissausbrüchen führt.

Vor Treymont

Da haben wir uns eine erste Pause verdient, bevor es meist flach weiter geht in Richtung Ferme Robert. Und meist geht es durch den dichten Wald, bis sich auf einmal der Wald etwas lichtet und die Sicht auf das Val de Travers und die Felsarena Creux du Van freigibt.

Val de Travers

Auf diesem Weg können wir uns bereits zum ersten Mal mit dem berüchtigten Jura-Kalkstein anfreunden, der nun unser ständiger Begleiter sein wird, bei Trockenheit aber viel zahmer ist als wenn er nass ist. Einzig bei der Routenwahl durch die spitzigen Steine ist Vorsicht geboten, aber wir wurden von Reifenpannen verschont.

Bei Le Creux Dessous geht es auf die Strasse, die uns weiter 100 hm bis zur Ferme Robert führt, einem Ausflugs-Restaurant, dass zu diesem Zeitpunkt aber nur minimal bevölkert ist.

Ferme Robert

Ab hier sind die Wege der Naturbegeher weitestgehend entflechtet: Wir Biker werden auf ein Schottersträsschen geleitet und vom Befahren der Wanderwege ausdrücklich ausgeschlossen werden. Das macht hier aber auch Sinn, denn sicher ist dieser Ort an Wochenenden weitaus mehr bevölkert als heute, zudem ist das Schottersträsschen für uns Biker ideal um die nächsten 400 hm relativ gemütlich hochzukurbeln. Und auch hier bieten sich zwischendurch spektakuläre Aussichten auf den Creux du Van und ins Val de Travers.

Creux du Van

Val de Travers

Und bald sind wir auch schon oben, beim Restaurant La Gran Vy, wo wir uns bereits für die Abfahrt stärken und etwas „Leichtes zu uns nehmen“… 😉 Und nach einem heissen Espresso fahren wir auch schon weiter, bis wir jedoch kurz innehalten und uns mucksmäuschenstill verhalten: Vor uns weiden vier Tiere, die wir erst nicht einordnen können, die sich aber aufgrund der markanten Hörner eines der Tiere flugs als Steinböcke outen!

Steinböcke

Und nur wenige Meter weiter offenbart sich uns eine ganze Herde Steinböcke, denen wir auf Distanz bei der Nahrungsaufnahme zusehen können.

Steinbock-Rudel

Wir lassen die Steinböcke in Ruhe Ihre Nahrung aufnehmen und begeben uns sofort zur nächsten Attraktion, der Felsarena Creux du Van, diesmal von oben: Auf mehreren hundert Meter fallen die Felswände fast kreisrund senkrecht 300-400 m ab, eine wirklich majestätische Felsarena. In Amerika würden solche Natur-Attraktionen sofort eingezäunt, mit Drehkreuzen versehen und Eintrittspreis verlangt. Hier aber kann man ganz kostenlos und ungesichert bis an den äussersten Rand der Felswände gehen, und tunlichst nicht stolpern!

Creux du Van

In der Nähe des höchsten Punktes der Hochebene Le Soliat geniessen wir noch kurz das 360° Panorama und auf den gesamten Alpen-Hauptkamm inklusive Mont Blanc!

Le Soliat Panorama

Von nun an gehts bergab, und wie! Erst fahren wir von der Hochebene auf einem flotten Wiesentrail in typischer Jura-Manier zum Restaurant La Baronne hinunter, das wir aber links liegen lassen. Schliesslich haben wir bereits im La Grand Vy für genügend Gewichstzunahme für die Abfahrt gesorgt!

Abfahrt zum La Baronne

Abfahrt zum La Baronne

Wir fahren sofort weiter auf einem kleinen Strässchen zur Cabanne Perrenoud und zweigen hier links in den Wanderweg hinunter nach Gorgier ein, und nun wird’s richtig spassig! Der Trail windet sich auf gut 600 Tiefenmeter, mal flowig flach, mal etwas trickreicher und steiler, mal mit mehr oder weniger Jura-Kalksteinen durch den Wald hinunter in Richtung Gorgier am Neuenburger See! Höhenmeter-Vernichtung der spassigen Art!

Gorgier Trail

GravityBienchen

Gorgier Trail

Je weiter wir runter kommen, um so flacher wird der Trail und ist auch weniger mit Steinen durchsetzt, lädt somit zum flowigen rasen ein… Wir geniessen jeden Meter und verlassen den Wald und den Trail kurz oberhalb von Gorgier mit einem breiten Grinsen!

Gemütlich rollen wir nun auf Nebensträsschen oberhalb von Gorgier in Richtung Boudry zurück, nicht ohne vorher noch in der Auberge Plan-Jacot bei toller Aussicht auf den Neuenburger See und die Alpen ein Bierchen zu geniessen!

Auberge Plan-Jacot

Eigentlich möchten wir ewig hier bleiben, entschliessen uns dann aber doch noch, die restlichen Kilometer gemütlich durch das Villenquartier von Bevaix zurück nach Boudry zu rollen.

volle Distanz: 30.64 km
Maximale Höhe: 1468 m
Gesamtanstieg: 1119 m
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