FlückigerCross Madiswil 2018

Das wir irgendeinmal bei dem Rennen, das den Namen unserer Idole, der Flückiger Brothers trägt, teilnehmen würden, hätten wir uns im Vorfeld nie erträumen lassen! Da aber eine Kategorie „Cross für Alle“ ausgeschrieben war, dachten wir uns, wir könnten ja einmal „just for fun“ mitmachen… So haben wir, die wir bislang weder überhaupt ein Rennen absolviert haben, noch irgendwie sonst Rennerfahrung gesammelt hätten, uns noch kurz vor Meldeschluss zu zweit für dieses Rennen angemeldet. Und je näher der Renntag rückte, umso mehr haben wir uns gefragt, ob dies eine gute Idee war…

Auch am Renntag selber, das Wetter an unserer Hombase in Konolfingen war kurioserweise trocken, der Regenradar vermeldete am Rennort in Madiswil jedoch Regen in strömen (…zumindest Petrus hatte kein Erbarmen mit uns…), förderte weiter die Erkenntnis zu Tage, das wir uns womöglich elendiglich blamieren werden und uns bereits darauf eingestellt, dass das Publikum uns wohl auspfeifen wird…

Rainy RaceDay

Vorbereitung

Profi vs. Anfänger...

Aber wir ziehen das durch, obwohl ein Teil unseres Team aus gesundheitlichen Gründen nicht starten konnte, blieb dem Schreibenden nichts anders übrig, als sich alleine ins Starterfeld zu bemühen. Und der Rundumblick im Starterfeld verhiess nichts gutes: Alles durchtrainierte Fahrer mit ihren Cyclocross-Rädern werden mir wahrscheinlich um die Ohren fahren. Zumindest hörte es kurz vor dem Start um 10:15h auf zu Regnen, die vorab gestarteten Junioren-Kategorien haben das Terrain aber bereits recht aufgeweicht. Und für Nervosität aufkommen zu lassen war keine Zeit…: Peng, der Startschuss ist erfolgt!

Start!

Start!

Go!

Ich hatte versucht, mich im Starterfeld zu hinterst aufzustellen, da ich aber nicht der letzte war, glückte dies nur mittelmässig, was ich jetzt nicht so eine gute Idee fand… und tatsächlich: währenddessen ich versuchte, das ganze gemächlich anzugehen, zischten alle Fahrer, die sich hinter mir eingestellt haben an mir vorbei als gäbe es kein Morgen… Das ist also Renntempo…!

Kurz nach dem Start ging es von der Asphaltstrasse aufs Feld und solange es gerade aus ging, war dies weiter kein Problem, nur in den Kurven waren bereits tiefe Furchen, die sich auch bereits mit Schlamm gefüllt hatten sichtbar, also gehen wir die 90°-Kurven einmal vorsichtig an, nur nicht auf die Schnauze fallen… Der erste Aufstieg war zum Glück auf einem Waldweg und ich konnte im Gegensatz zu anderen Racern mit Cyclocross-Rädern diesen Aufstieg fahrend bewältigen, zumindest bis es ganz steil wurde und wieder aus dem Wald raus war… Aber die erste Abfahrt zwang selbst die besten, diese Klippe zu Fuss zu absolvieren, denn der Untergrund war glatt wie Schmierseife… und ich riskierte auch hier nichts und bemühte mich zumindest zu Fuss nicht auf die Schnauze zu fallen..

It's muddy...

...verry muddy

Paarlauf...

Auch die Brücken mit den roten Teppichen (…extra für mich ausgerollt…?? 😉 ), die ich von Weitem sorgenvoll musterte, waren nicht wirklich ein Problem und die Teppiche sehr griffig, trotzdem muss man diese Brücken mit dem notwendigen Tempo angehen um nicht bereits beim hochfahren zu scheitern…

Und zu meinem Erstaunen, mein Bike war bereits nach der ersten Runde gefühlte zwei Kilogramm schwerer, wurde ich weder ausgepfiffen noch ausgelacht, sondern immer wieder mit anspornenden HopHop-Rufen und wirklich wertvollen Tipps der Zuschauer richtig gehend angespornt! Das war wirklich Klasse!

Und nicht zuletzt Valerie, eine von nur zwei gestarteten Frauen, erbarmte sich mir und legte eine rechte Strecke gemeinsam mit mir zurück, als sie erfuhr, dass dies mein erste Rennen überhaupt ist! So fuhren wir denn plaudernd und doch halbwegs im Renntempo um den attraktiven Rundkurs mit einer Rundenlänge von 2,5 km. Danke Valerie!

Muddy RaceDay

Really muddy

Go!

Das Rennen endete wie es enden musste, nämlich auf dem letzen Platz (…also nicht ganz, einer, der 16 Sekunden bis zu einem technischen Defekt unterwegs war, wurde in der Rangliste hinter mir geführt…). Aber einer muss ja der Letzte sein und Spass hat es trotzdem gemacht!

Reached the finish...!

Aber die Erkenntnis, das die Teilnahme an einem Rennen wirklich auch Spass machen kann, und das super Publikum, dass einem immer während anfeuert und anspornt, haben dazu geführt, dass in mir, zumindest ein wenig, dass Rennfieber geweckt wurde…  Aber eins habe ich mir geschworen: Am nächsten CycloCross-Rennen werde ich nur mit einem CycloCross- oder Gravel-Bike teilnehmen; Mit meinem schweren Mountain-Bike mit den sich schnell füllenden Stollenreifen war ich mehr mit mir selber beschäftigt, als auch noch die Konkurrenz im Auge halten zu können…

Und zumindest Lukas Flückiger war mir, und auch allen anderen Fahrern doch sehr dankbar, dass wir zumindest ein wenig vom glitschigen Schlamm aufgesammelt haben… Er hatte am Nachmittag beim Elite-Rennen dann wesentlich trocknere Bedingungen.

2 Kommentare

  1. Marc Chapeau und danke für den coolen Bericht, mal von einer anderen Seite. Fand es cool, das du mitgemacht hast und ich dich kurz kennen lernen durft. Würde mich freuen dich ab und zu an einem Cross zu sehen oder einmal auf eine gemütliche MTB Runde zugehen.

    By the way, wenn du ein CX Bike suchst….lass mich wissen. Evt kann ich da helfen.

    Bis bald.

    Lg Luk

    1. Danke Luk!

      War für mich eine ganz neue Erfahrung und super cool! Ein wirklich gelungener Anlass, auch für mich!
      Fürs Wetter kannst Du ja nichts… 🙂

      Es war für mich ein grosse Ehre, am FlückigerCross teilnehmen zu dürfen und Dich kennen zu lernen!
      Wir bleiben in Kontakt…

      Lg Marc

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