Latreje-Pass

Das Berner Oberland bietet endlos viele Möglichkeiten für atemberaubende Bike-Touren, sowohl was die Panoramen betrifft, aber auch was die Ansprüche an die Kondition betreffen. Und nicht zuletzt ist das Berner Oberland ja quasi vor unserer Haustür. Das hat uns veranlasst, die Tour über den Latreje-Pass im Juli 2016 in Angriff zu nehmen, jene Tour, die wir schon ein paar Jahre zuvor von Reichenbach aus gefahren sind.

Dies mal starten wir im Kiental, was uns etwa 200-300 hm erspart, was aber nicht ausschlaggebend für die Wahl des Startpunktes war, sondern weil der Aufstieg von Reichenbach bis Faltschen nichts spannendes bietet und die Abfahrt von Kiental hinunter nach Reichenbach auf der Strasse ebensowenig spannungsgeladen ist. So lassen wir es gleich zu beginn gemütlich die Strasse von Kiental bis nach Scharnachtal hinunter rollen, biegen dann aber rechts ab, und es geht erst mal zum Einrollen steil hoch in Richtung Faltschen, jedoch fernab jeglichen Verkehrs und mit teils tollen Aussichten auf den Niesen und bis nach Hause ins Emmental!

 

Faltschen

Niesen

In Faltschen biegen wir rechts ab ins Suldtal und bereits nach den ersten Metern auf Schotter gilt es eine Reifenpanne zu beheben… das kann ja heiter werden… aber es blieb zum Glück die letzte an diesem Tag!

Reifenpanne behoben!

Der „Pannendienst“, bestehend aus UphillMarc und FlowTrailRider, hat aber ganze Arbeit geleistet und schon bald ist das Bike von GravityBienchen wieder fahrtüchtig und die Fahrt kann weiter gehen, tief hinein ins Suldtal. Dieses bietet spannende Wege und knifflige Trails, die uns zur Suld hinunterführen, und über die Brücke auf die Strasse die ins Suldtal hinein führt.

Suldtal

Suldtal-Trail

Da das Restaurant Pochtenfall um diese Uhrzeit am Morgen noch kaum bevölkert ist, gönnen wir uns ein Getränk auf der noch fast menschenleeren grossen Terrasse. Kaum kommt das erste Postauto, ändert sich die Szenerie aber schlagartig: Scharenweise Ausflügler stürzen sich aus dem Postauto auf die Terrasse um einen Platz zu ergattern als gäbe es kein Morgen. Zeit für uns, das Weite zu suchen und in weit weniger bevölkerte Regionen vorzustossen. Die Strasse schlängelt sich nun, für motorisierten Verkehr gesperrt, lieblich durch den Wald hoch zum Under-Obersuld (…!?) weiter ins Schlieri und noch mehr hoch bis zum Mittelberg. Hier beschliessen wir, unseren mitgebrachten Lunch zu verspeisen und uns zu stärken für das was noch kommt…

Mittagsrast Mittelberg

Mittelberg

Hier verzweigt sich der Weg: links geht es hoch zum Renggli-Pass, der aber fast von hier schiebend oder tragende bewältigt werden muss, und rechts geht es hoch ins Latrejefeld. Aber auch diese Steigung ist nicht zu unterschätzen: Das Schottersträsschen windet sich in endlosen Serpentinen gut 500 hm recht steil hoch bis ins Latrejefeld, aber alles gut fahrbar.

Hoch ins Latrejefeld

Für die Strapazen entschädigt aber die immer wieder spektakuläre Aussicht hinunter in den Talkessel und auf den gegenüberliegenden Renggli-Pass. Und je näher wir dem Latrejefeld, dem Pass-Übergang zum Spiggengrund, kommen, um so mehr braut sich am Himmel etwas zusammen… Und kaum sind wir oben, fallen auch schon die ersten Tropfen und die Temperatur fällt schlagartig um 10°C!

Latrejefeld

Latreje-Pass

Wir ziehen uns unsere farbenfrohen Regenschütze über und verbringen den gröbsten Regenguss bei den Kühen im Stall. Und so schnell wie der Regenguss gekommen ist, so schnell ist er auch wieder vorüber und wir können uns in die Abfahrt stürzen! Erst geht es über einen flotten, von den Kühen arg zerklüfteten Wiesentrail steil hinunter, der volle Konzentration fordert, zumal das ganze nach dem Regenguss recht nass und glitschig ist. Beim Eggmittelberg geht der Weg in einen ebenso steilen Karrenweg über, nun aber mit deutlich mehr Gripp und spassig zu befahren!

Wiesentrail Latrejefeld

Bald schon sind wir fast unten und es geht die letzten Höhenmeter auf einem Schottersträsschen weiter bis ganz hinunter in den Spiggengrund und von dort auf einem Strässchen, mit mehr oder weniger interessierten Zaungästen, in Richtung Kiental.

Spiggegrund

Zaungast...

Gemütlich lassen wir es auf dem Strässchen hinunterrollen und gelangen so direkt nach Kiental, wo wir heute morgen unsere Tour gestartet haben.

volle Distanz: 34.55 km
Maximale Höhe: 1867 m
Gesamtanstieg: 1394 m
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