Sexten – Marchkinkele

Im Giro d’Italia, einem dreiwöchigen Rennrad-Etappenrennen in Italien, wird der höchste angefahrene Punkt zu Ehren des früheren italienischen Rennrad-Fahrers Fausto Coppi Cima Coppi genannt und gibt für den ersten, der diesen Punkt passiert jeweils am meisten Punkte für die Bergwertung der Rundfahrt.

Bereits im Vorfeld unserer Bikeferien planen und benennen wir unsere ganz persönliche Königsetappe mit Cima Coppi, die auch für unsere Bikeferien den höchsten Punkt markiert, zwar keine Punkte für die Bergwertung einbringt, aber ein nicht minder erhabenes Gefühl bietet. Selbige nennt sich in diesem Jahr Marchkinkele, ist auf gut 2550 m.ü.M. und besteht vor allem aus einer alten Festung, die an der Verteidigungslinie aus dem 1. Weltkrieg gebaut wurde, heute an der Grenze Italien/Österreich liegt und natürlich mit einer alten Militärstrasse erschlossen wurde, die wie für uns Biker gemacht erscheint!

Festung auf Marchkinkele

Wir starten von unserem Hotel in Sexten und fahren auf dem Radweg hinunter nach Innichen, von dort weiter nach Toblach, durch selbiges hindurch und hinein ins Silvestertal in Richtung Silvesteralm. Erst noch gemütlich abfallend und flach, geht es von Toblach die nächsten 18 km gute 1600 hm nur noch hoch.

Silvestertal

UphillBienchen im Silvestertal

Erst noch auf einem Asphaltsträsschen, später auf Schotter geht es erst noch gemütlich durch das Silvestertal, bis die Steilheit vor der Hochebene der Silvesteralm stark zunimmt. Da kommt uns das Gasthaus auf der Silvesteralm, wir haben bereits gut 600 hm hinter uns, gerade recht, um unsere Speicher mittels kraftspendendem Holundersaft (…?) aufzuladen. So geht es schon bald weiter in Richtung Bodeneck, nicht aber ohne vorher einen ehrfürchtigen Blick auf die Wand vor uns, an der die alte Militärstrasse hoch zur Marchkinkele führt, zu werfen.

Silvesteralm und UphillBienchen

Alte Militärstrasse zur Marchkinkele

...da gehts hoch!

Ab Bodeneck geht es auf der alten Militärstrasse erstaunlich gemütlich durch den Wald hoch, sobald wir aber über die Waldgrenze kommen, zieht die Steilheit der Strasse etwas an, führt aber kontinuierlich auf recht griffigem Schotter über endlose Serpentinen am Bergrücken entlang weiter hoch.

Militärstrasse im Wald

...schon fast über der Baumgrenze

...Serpentine um Serpentine...

Mit gutem Gewissen legen wir mehrer Pausen ein, natürlich nur um die tolle Aussicht zu geniessen und zu fotografieren… 😉 So erlaubt die Höhe natürlich tiefe Weitblicke, im Westen ins Pustertal, südlich in die Sextner Dolomiten mit den Drei Zinnen, und im Osten nach Österreich ins Drautal.

Pustertal

Sextner Dolomiten

Drautal

Langsam aber sicher macht sich die dünnere Luft in der Höhe bemerkbar, und fordert uns unsere letzten Körner ab, denn ins Schwitzen geraten wir trotz allem kaum, da es hier oben doch merklich kühler ist, aber für diesen Aufstieg gerade richtig, nicht zu heiss und nicht zu kalt.

Bike und Serpentinen

UphillBienchen

Serpentinen, Serpentinen, ...

Noch einen kurzen Blick von oben herab auf die Silvesteralm und die letzte Serpentine führt über den Hügelrücken, und wir können unsere Ziel schon sehen: Die Stempelstelle des Stoneman Dolomiti by Roland Stauder. Wanderer hat es hier oben übrigens keine, nur zwei, drei Biker-Pärchen ruhen sich hier von den Uphill-Strapazen etwas aus und machen Gipfelfotos, wie natürlich auch wir…

Stempelstelle Stoneman

UphillBienchen

UphillMarc

Der Schreibende freut sich nun schon diebisch auf das was kommt, obwohl er keine Ahnung hat, was genau ihn auf dem Downhill über den Toblacher Höhenweg erwartet… Egal, Schoner übergestreift und ab die Post!  Und dieser Downhill ist wirklich sensationell! Unverständlich, warum die meisten den Rückweg wieder über die Schotterstrasse hinunter wählen…  mal etwas steiler, mal fast flach, dann mit ein paar kniffligen Stellen und vielen Serpentinen durch die traumhafte Berglandschaft, kein einziger Wanderer, dafür ein paar Kühe, zwei, drei Bergbach-Querungen… Dieser Trail hat alles was es braucht, um einem Biker ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern!!! Und führt über die Steinbergalm direkt hinunter zur Silvesteralm.

Toblacher Höhenweg

Toblacher Höhenweg

Toblacher Höhenweg

Toblacher Höhenweg

Toblacher Höhenweg

Und das war noch nicht Alles…: Von der Silvesteralm geht es auf einer breiten Schotterstrasse flach durch den Wald, bis zur Einbiegung jenes Weges, den wir auf der Tour über den Vierschachberg gefahren sind, und natürlich die sensationellen Trails durch den Wald hinunter nach Innichen, die auf keiner Karte vermerkt sind…  wir kennen Sie jetzt!! 😉

Da sind die paar Höhenmeter auf dem Radweg von Innichen hinauf nach Sexten nur noch ein Klacks, denn schliesslich erwartet uns im Hotel wiederum ein sensationelles Dinner! Was will man mehr…?

...der Regen kam

Dinner by Hotel Monika°

Ach ja, der Regen kam übrigens erst als wir bereits im Hotel waren…! Das gute Timing, das Tüpfelchen auf dem i… 😉

 

volle Distanz: 55.01 km
Maximale Höhe: 2483 m
Gesamtanstieg: 1609 m
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2 Kommentare

  1. Erneut ein Tourenbericht, der zum Nachfahren einlädt. Die Militärstrassen haben zum Glück eine meist gut fahrbare Neigung. Sieht in jedem Fall auf den Bildern so aus – wenn auch der Aufstieg sich in die Länge zieht.

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