Vinschgau – Laas

Diese Tour ist eigentlich kaum der Rede wert und kann am besten mit „Radwandern auf dem Etschradweg“ umschrieben werden. Ziemlich ziellos haben wir uns Laas mit dem selbigen Marmorwerk zum Ziel gesetzt…Fahrtechnische eher weniger fordernd, aber kulturgeografisch hat die Tour durchaus etwas zu bieten. Also starten wir in Naturns und fahren abseits der Rad-Autobahn auf Nebenstrassen wie gewohnt durch die Apfel-Plantagen und sind dort praktisch allein unterwegs, nur ab zu kreuzt uns ein Rennvelo, das vermutlich von einem einheimischen gesteuert wird, ansonsten verirrt sich kaum ein Zweiradler auf die endlosen Strassen, die parallel zum Etschradweg verlaufen.

Apple Road

Apfelplantage

Leider sind die Äpfel noch nicht reif, ansonsten wäre es problemlos möglich, im Vorbeifahren einen frischen Apfel von den Niederstamm-Pflanzen zu pflücken und zu geniessen. …wir kommen im Spätsommer wieder…

In Kastelbell müssen wir uns einen Weg abseits der Rad-Autobahn suchen und wählen den Wanderweg nach Latsch, der aber erst einmal steil hoch führt, auf der Ebene oben aber wieder im gleichen Stil wie vorher durch die Apfel-Plantagen führt. So gelangen wir nach Latsch wo wir wiederum eine Nebenstrasse suchen, aber auf einer etwas stark befahrenen Nebenstrasse landen und entscheiden uns, nun doch auf die Rad-Autobahn zu wechseln. Das ist eigentlich auch nicht weiter schlimm, nur herrscht hier ziemlich viel Zweirad-Verkehr und nebeneinander fahren geht aufgrund des regen Gegenverkehrs kaum noch.

So gelangen wir nach Göflan, wo der Weg durch die Göflaner Schlucht entlang der Etsch zum ersten Mal merklich ansteigt. Und hier ist die Rad-Autobahn auch das erste mal nicht mehr asphaltiert, mit dünnen Rennrad-Reifen eher weniger empfehlenswert. Aber die Fahrt durch die Göflaner Schlucht hat durchaus ihren Reiz, zumal auch immer wieder idyllisch gelegene Rastplätze an der Rad-Autobahn zum pausieren und verweilen einladen.

Etsch

Göflaner Schlucht

Und so gelangen wir einigermassen erholsam nach Laas und staunen, dass wir bereits 27 km auf dem Tacho haben, und das alles bergauf… Mitten im Dörfchen Laas ging es uns fast wie allen anderen Radwanderern: In horrendem Karacho durch das Dörfchen pedalierend wären wir fast unbemerkt am Laaser Kandlwaal vorbei gebraust, aber ich konnte noch rechtzeitig den Bremsfallschirm werfen… Der Laaser Kandlwaal ist ein Bewässerungs-Aquädukt, der ziemlich einzigartig das Wasser über 600 m auf 15 – 32 m hohen Pfeilern über die Etsch von den Bergen nach Laas und die umliegenden Felder brachte. Der Laaser Kandlwaal wurde 1907 Opfer eines Feuers und was davon übrig blieb ist heute noch zu sehen.

Laaser Kandlwaal

Und kurz danach sind wir auch schon am Bahnübergang der Laaser Marmorbahn, auf der die handlichen Blöcke Laaser Marmor von ca. 3,2 x 1,5 x 1,4 m von über 1500 m.ü.M. erst an einer Seilbahn, dann auf einer flachen Bahn dem Hang entlang und schliesslich mit der Schrägbahn hinunter ins Werk im Tal gekarrt werden.Laaser Marmorbahn

Marmorbahn Gedenktafel

Da heute Samstag ist, wird im Werk nicht viel los sein, denken wir uns und da wir im Zeitplan bereits mächtig in Verzug sind, beschliessen wir den Rückweg anzutreten. Nicht aber ohne die vielen dekorativen Element aus Marmor, selbst einige Pflastersteine sind aus Marmor, im gesamten Dörfchen Laas bewundert zu haben.

So radeln wir den auf der Rad-Autoahn die 27 km wieder zurück und der mächtige Gegenwind führt dazu, das wir hinunter fast mehr Kraft aufwenden müssen als bergauf… die gut 560 hm sind also relativ…. 😉

Rad-Autobahn

Rad-Autobahn Rast

Aber wir wollen uns nicht beklagen, schliesslich war das Wetter heute bedeutend besser als auch schon. Und trotz der wenigen Höhenmeter haben wir uns aufgrund der meteorologischen Verhältnisse ein lecker Bierchen auf der Terrasse des Hotels verdient…! 😉

Lecker Bierchen

 

volle Distanz: 55.42 km
Maximale Höhe: 884 m
Gesamtanstieg: 565 m
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3 Kommentare

  1. Ja ja der Wind im Vinschgau, das hat vor einigen Jahren meine Frau entscheidend zum Kauf eines e-Bikes motiviert. Als Alternative zum Radweg, kann man ebenfalls auf halber Höhe dem Südberg entlang biken.

    1. Na ja, schlimm war’s ja nicht wirklich: Talaufwärts hatten wir Rückenwind und Talabwärts Gegenwind… so geht’s ja noch! 😉

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